06 Dez

Weihnachtsgrüße

Das ELLERBEK-HILFT-Team wünscht Ihnen allen, die Sie uns unterstützt haben und es immer noch tun, allen Geflüchteten und allen Interessierten und Besuchern unserer Website eine schöne Adventszeit, fröhliche Weihnachten und ein gesundes, friedliches neues Jahr. Merry Christmas, Joyeux Noel, عيد ميلاد سعيد, كریسمس مبارك!,  メリークリスマス, Buon Natale, vergnöögte Wiehnacht!

04 Nov

Khaled Alshaar: Firmenjubiläum und Auszeichnung nach sechs Jahren in Deutschland

Flucht über die Balkanroute, Notunterkunft, Integrationskurse. Er ging den Weg der allermeisten aus Syrien Geflüchteten, die seit 2015 nach Deutschland kamen. Demnächst feiert er sein vierjähriges Jubiläum als Angestellter im Mode-Onlineshop “Zwillingsherz”, wurde gerade “Mitarbeiter des Monats” und wohnt in einer Neubauwohnung in Hamburg. Wir freuen uns mit Khaled Alshaar über seine gelungene Integration.

Khaled Alshaar (42) kam 2015 aus Homs in Syrien zusammen mit seiner Familie nach Deutschland. Er hatte in seiner Heimat Jura studiert und anschließend als Anwalt gearbeitet.  ELLERBEK-HILFT-KollegInnen der ersten Stunde erinnern sich an seine eindrücklichen Schilderungen der Flucht in unserem Café. Eine der Notunterkünfte in Ellerbek bot ihm und seiner Familie eine vorübergehende Bleibe, bis sie ihre eigene Wohnung in unserer Gemeinde beziehen konnten.

Viele Monate war Khaled Alshaar auf freiwilliger Basis für unsere Initiative im Einsatz und unterstützte uns umfangreich rund um die Neuankunft Geflüchteter, bei Möbeltransporten, bei Veranstaltungen und vielem mehr. Er nahm an einem Arbeitsförderungsprogramm des Landes Schleswig-Holstein teil und absolvierte natürlich seine Deutsch- und Integrationskurse.

Hier stellt Khaled Alshaar bei Zwillingsherz eine Lieferung zusammen

Sobald sein Flüchtlingsstatus es ihm erlaubte und die Kurse beendet waren, wollte er vor allem eines: arbeiten, arbeiten, arbeiten – ganz egal, was -, Geld verdienen, auf eigenen Füßen stehen. Nach etlichen Bewerbungen konnte er sich im Onlineshop “Zwillingsherz” des Mode-Großhandels Kurt Kölln GmbH im Schnelsener Modecentrum vorstellen. Und es klappte. Das Familienunternehmen Kurt Kölln ist einer der führenden Accessoire-Großhändler in Deutschland und beliefert seit mehr als 50 Jahren große Einzelhandelsketten und individuelle Boutiquen mit Accessoires. 

Zwillingsherz/Kurt Kölln ist „Arbeitgeber mit Herz“ und „Integrationsweltmeister“ (Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay)

Khaled Alshaar unterstützt das Online-Team im Lager, seine Arbeit macht ihm viel Spaß, und er freut sich über die große Hilfsbereitschaft, die er bei seinem Arbeitgeber erfährt: “Meine Kolleginnen und Kollegen genau wie mein Chef haben wirklich ein großes Herz und mir von Anfang an sehr geholfen – bei der Einarbeitung, bei Papieren, die ich noch nicht richtig verstand, und auch bei privaten Angelegenheiten greifen sie mir immer wieder unter die Arme,” schwärmt er. “Sogar die tolle Neubau-Wohnung in Eidelstedt hat eine liebe Kollegin für mich gefunden. Und mein Chef hat mich mehrmals bei Wohnungsbesichtigungen begleitet. Ich bin wirklich unendlich dankbar und hoffe, dass ich mich eines Tages für all das revanchieren kann.”

Im Dezember ist er seit vier Jahren bei Zwillingsherz angestellt. Als Anerkennung für seine bisherigen Leistungen nahm er nun die Auszeichnung “Mitarbeiter des Monats” entgegen. Darauf ist er mit Recht stolz. Und wir bei ELLERBEK HILFT freuen uns riesig für ihn. Für die Firma Kurt Kölln/Zwillingsherz fallen uns mindestens zwei Auszeichnungen ein: “Arbeitgeber mit großem Herz” und “Integrations-Weltmeister”. 

25 Okt

Nach langer Pause: Ehrenamtler treffen sich zum Austausch

Nach dem langen Corona-Stillstand haben sich kürzlich Helferinnen und Helfer von ELLERBEK HILFT beim Griechen “Nefeli” getroffen. Sechs Jahre ist es her, dass wir unsere Initiative gestartet haben. Die allermeisten der Geflüchteten, die wir in dieser Zeit unterstützt haben, gehen inzwischen ihren Weg in Deutschland vollkommen selbstständig. Sie haben Jobs gefunden, eine Ausbildung oder ein Studium begonnen; ein großer Teil von ihnen lebt in eigenen Wohnungen. 

So war es mehr ein Rückblick auf die vielen erledigten Aufgaben und ein Résümée des Erreichten als ein Blick in die Zukunft, den unser Koordinator Jörg Schnelle in seiner Begrüßung formulierte. Einige von uns sind weiterhin als Lotsen aktiv oder sind im Sinne freundschaftlicher Nachbarschaft dort behilflich, wo wir nützlich sein können. Vieles dessen, was wir in den ersten Jahren auf unseren ToDo-Listen hatten, ist aber inzwischen folgerichtig institutionalisiert und liegt nun auf den Schreibtischen der Behörden.

Und doch: Die politischen Entwicklungen weltweit sind unberechenbar; niemand kann seriös vorhersagen, was in den nächsten Monaten oder Jahren passiert. Wir bleiben in Habachtstellung, begleiten weiterhin die Geflüchteten, denen wir mit unserer Unterstützung weiterhelfen können und halten uns bereit für den Fall, dass unsere Hilfe wieder in größerem Umfang gebraucht wird. Und wir informieren Sie natürlich nach wie vor auf dieser Website über neue Entwicklungen. 

Einige Eindrücke von unserem Treffen:

Weiterlesen
17 Jun

Ex-Ellerbeker Farshid Mohammadi im Pinneberger Tageblatt

Am 16. Juni hat das Pinneberger Tageblatt einen großen Bericht über Farshid Mohammadis Abitur-Erfolg gebracht und uns netterweise genehmigt, ihn hier auf unserer Website für unsere Leser*innen zu veröffentlichen.

Mit freundlicher Genehmigung: Pinneberger Tageblatt, 16.6.2021, Seite 3, Autorin: Felisa Kowalewski
17 Jun

Abi mit Note 2,9 – herzlichen Glückwunsch, Farshid, wir freuen uns sehr für Dich!

Sie lässt uns jubeln, und sie rührt uns, diese Erfolgsgeschichte wie aus dem Bilderbuch: Der 21-jährige Afghane Farshid Mohammadi kam vor vier Jahren in Ellerbek an. Im Gepäck nur sehr wenige Worte Deutsch, dafür aber umso mehr Zuversicht, Tatendrang und ganz viel Grips. Vor wenigen Tagen hat er sein Abitur an der Caspar-Voght-Schule in Rellingen bestanden, mit einem Durchschnitt von 2,9 – zwei-komma-neun.

Zwischenstation Griechenland

Maryam Ebrahimi und Fida Mohammadi waren schon ein Jahr in Ellerbek, als sie endlich ihre beiden Kinder, Farshid und seine jüngere Schwester Mahshid, aus Griechenland nachholen konnten. Die beiden lebten bis dahin zunächst allein in einer Flüchtlingsunterkunft, dann bei einer griechischen Pflegefamilie in Athen. Keine einfache Zeit für die beiden Teenager, aber sie haben sie gemeistert. Schon dort war einem Betreuer Farshids außergewöhnliche Intelligenz, Wissbegierde und Sprachbegabung aufgefallen. Er wurde von einer amerikanischen Schule aufgenommen, die er mit der 10. Klasse abschloss.

ELLERBEK-HILFT-Lotsin mit Gespür für die richtige Schule

Die Ellerbeker Lotsen der Familie Mohammadi, das Ehepaar Elke und Jörg Schnelle – sie begleiten die Familie auch nach ihrem Umzug nach Tangstedt –, machten sich auf die Suche nach einer Schule für die beiden Kinder. An der Caspar-Voght-Schule erkannte man Farshids Potenzial schon beim ersten Treffen, er wurde direkt in die 11. Klasse aufgenommen. Drei Jahre später hat er sein Abi in der Tasche und will Englisch und Sport auf Lehramt studieren.

Und wer sich Farshid nun als einen introvertierten Bücherwurm vorstellt, irrt: Farshid ist zu alledem ein sehr kommunikativer, humorvoller, hilfsbereiter und wohltuend höflicher Mitbürger, der allerorts ausgesprochen beliebt ist.

Elke Schnelle, inzwischen längst enge Vertraute der Familie, erinnert sich noch gut an die Ankunft von Farshid und seiner Schwester Mahshid auf dem Hamburger Flughafen im September 2017 und erzählt uns von ihren Erlebnissen.

Persönlich gesehen: Lotsin Elke Schnelle erinnert sich

Glücklich über einen tollen Abschluss: Lotsin Elke Schnelle mit Abiturient Farshid Mohammadi Foto: Elke Schnelle

Zusammen mit den Eltern, dem mittlerweile in Hamburg geborenen kleinen Bruder Daniel, dem Onkel und einem ELLERBEK-HILFT-Kollegen standen wir voller Aufregung und Rührung in der Ankunftshalle, um die beiden jungen Menschen in Empfang zu nehmen. Wir kramten unsere verstaubten Englischkenntnisse hervor und staunten über das hervorragende Englisch der Geschwister nach nur rund neun Monaten Unterricht an der amerikanischen Schule in Athen. 

Weiterlesen
20 Mai

Unsere Fahrradwerkstatt schließt ihre Pforten

Unsere beiden „Fahrrad-Schrauber“ (hinten, Mitte) im März 2016 auf der Titelseite der Pinneberger Zeitung. Flüchtlingslotse Uwe Watteroth (v.l.), Joachim Schwartau, Gerd Oppermann, Mohammed Alazzaw, Karwan Hussein und Ayman Alazzaw, Foto: Eike Pawelko/Hamburger Abendblatt

Nach mehr als fünfeinhalb Jahren ehrenamtlichen Einsatzes für Ellerbeker Geflüchtete stellen unsere “Fahrrad-Schrauber” Joachim Schwartau und Gerd Oppermann den Betrieb ihrer Selbsthilfewerkstatt ein. Der Bedarf an Rat, Tat und Ersatzteilen hatte in letzter Zeit, erst recht seit Beginn der Corona-Pandemie, immer weiter abgenommen. Augenscheinlich haben ihre Bemühungen, unsere neuen Nachbarn fit zu machen für Pflege und Reparaturen an ihren Drahteseln, Früchte getragen.

Weiterlesen
18 Dez

Frohe Weihnachten

Foto: congerdesign auf pixabay

Wir wünschen allen BesucherInnen unserer Website, allen Menschen, die uns unterstützen und allen Geflüchteten fröhliche Weihnachten und ein gesundes, friedliches neues Jahr. Merry Christmas, Joyeux Noel, عيد ميلاد سعيد, كریسمس مبارك!,  メリークリスマス, Buon Natale, vergnöögte Wiehnacht!

15 Okt

Corona: Deutschunterricht auf Eis

Aufgrund der erneut stark steigenden Infektionszahlen setzen wir unseren Deutschunterricht in der Ev.-Luth. Simon-Petrus Kirchengemeinde in Bönningstedt aus. Der Online-Deutschkursus in der Friedenskirche Ellerbek/Evangelisch-methodistische Kirche pausiert ebenfalls weiterhin. Eventuelle weitere Änderungen veröffentlichen wir jeweils aktuell auf dieser Website.

09 Sep

Fünf Jahre ELLERBEK HILFT – Wir haben viel geschafft

Im Herbst 2015 kamen die ersten Geflüchteten nach Ellerbek. Wir bei ELLERBEK HILFT haben die Herausforderung seinerzeit beherzt angenommen und ihnen mit zahlreichen Hilfsangeboten zur Seite gestanden. Nach fünf Jahren ziehen wir eine positive Bilanz: Dank der großzügigen Unterstützung vieler EllerbekerInnen, der Kirchen und der Gemeinde war und ist unsere Arbeit erfolgreich. Wir haben sehr viel erreicht. 

Am 24. September 2015, kurz nach Angela Merkels inzwischen legendärem “Wir schaffen das”, informierte Bürgermeister Günther Hildebrand im überfüllten Kulturtreff über die Flüchtlingssituation im Kreis und darüber, was das für unsere Gemeinde bedeuten würde. Keine zwei Wochen später trafen sich etwa 50 Freiwillige mit VertreterInnen des Amt Pinnau – und gaben Vollgas: Schon am 9. Oktober 2015 war unsere Website ellerbek-hilft.de online, 50 HelferInnen organisierten sich in Teams. Als Anfang November die ersten Flüchtlinge in Ellerbek eintrafen, waren wir bestens vorbereitet: Kleiderkammer, Möbellager, Fahrradwerkstatt, Sprachunterricht, Treffpunkt, Leitfaden “Wo finde ich was in Ellerbek” in fünf Sprachen und vieles mehr hatten wir parat.

Wir haben viel Zuspruch erfahren, von NachbarInnen und KollegInnen, Vereinen und Institutionen, von Ellerbeker Unternehmen und der Politik. Eine Welle der Solidarität bescherte uns enorme Unterstützung: Geld- und Sachspenden, Wohnungs- und Jobangebote, Mithilfe bei einzelnen Projekten. Die Gemeinde hat uns finanziell unterstützt, beide Ellerbeker Kirchen stellen uns bis heute ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Ohne sie wären weder unsere Deutsch- und Nachhilfekurse noch unser Café der Begegnung möglich. Nur durch all die kleinen und großen Hilfen können wir heute sagen: Alle zusammen haben wir viel geschafft! 

“Wir sind stolz, an der Erfolgsgeschichte ‘Flüchtlinge in Ellerbek’ maßgeblich mitgewirkt zu haben,” resümiert ELLERBEK-HILFT-Sprecher Uwe Watteroth. “Es war nicht immer einfach, aber die allermeisten Stolpersteine haben wir stets überwunden. Heute gehören die Geflüchteten selbstverständlich zu uns, sie sind NachbarInnen, MitschülerInnen, KollegInnen, MannschaftskameradInnen, FreundInnen oder Supermarkt-InhaberInnen.” Jörg Schnelle, ebenfalls als Sprecher für ELLERBEK HILFT im Einsatz, ergänzt: “Wir haben erlebt, dass auf die EllerbekerInnen Verlass ist. Wir alle zusammen haben viel geschafft. Und sollte es einmal zu einer Einigung auf europäischer Ebene kommen, sind wir gut aufgestellt und können uns um weitere Flüchtlinge kümmern.” Ein Ausruhen auf dem Erreichten sei indes keine Option. Watteroth: “Wir müssen dranbleiben und die Entwicklungen in den Familien im Auge behalten. Beispiel Job: In der Corona-Pandemie sind Geflüchtete besonders gefährdet, ihre Anstellung zu verlieren. Viele von ihnen gehen einfacheren Tätigkeiten beispielsweise in der Gastronomie nach, oder ihre Betriebszugehörigkeit ist noch gering. Sie sind in der Folge am stärksten vom Jobabbau während der Pandemie betroffen.”

Zurzeit leben in den vom Amt Pinnau angemieteten Räumlichkeiten 49 Geflüchtete. Sie kommen aus Afghanistan (17), Syrien (16), Irak (5), Iran (4), Japan (3), Eritrea (2), Ghana (1) und Somalia (1). Weitere Familien und Einzelpersonen haben das Glück gehabt, in Ellerbek eigene Wohnungen zu finden und konnten in unserer Gemeinde bleiben. Bisher wurde aus Ellerbek niemand abgeschoben.

Die aktuelle Situation geflüchteter Menschen in ganz Deutschland fasst ein Bericht der dpa Deutsche Presse-Agentur auf handelsblatt.com zusammen. 

Etwa 25 EllerbekerInnen sind bis heute in unserer Initiative “ELLERBEK HILFT” aktiv. Das Café der Begegnung ermöglicht regelmäßig ein gemütliches Beisammensein, die Fahrradwerkstatt bietet Hilfe rund um den Drahtesel. Nach wie vor betreuen Freiwillige als “Lotsen” einzelne Familien oder Personen. Und auch den Deutschunterricht und die Nachhilfe- und Hausaufgabenhilfe haben wir nach Ende des Lockdowns wieder aufgenommen.