Hallo ,

die Bundesregierung will mit einem eigenen Programm Patenschaften fördern. Bei "ELLERBEK HILFT" können Interessierte schon heute als Betreuer einzelne Personen, Gruppen oder Familien bei ihren ersten Schritten in Ellerbek begleiten. Lesen Sie im Interview mit Johannes Dahmlos, was das bedeutet.

Wir berichten außerdem über unser Café der Begegnung, aktuellen Bedarf, die australischen Jacken und eine Schatztruhe aus Bönningstedt.

Das und viel mehr finden Sie auch auf ellerbek-hilft.de.

Es grüßt Sie herzlich Ihr
Kommunikations-Team

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“Ausschließlich angenehme Kontakte und viel positives Feedback” - ein Betreuer im Interview


Johannes Dahmlos (Foto), Unternehmer IT-Beratung und -Handel in Ellerbek, ist bei “ELLERBEK HILFT” Teil unseres Kommunikationsteams und betreut gleichzeitig eine Gruppe junger geflüchteter Iraker. Im Gespräch mit unserer Redaktion hat er erläutert, was eine solche Patenschaft - wir nennen es Betreuung - bedeutet. 

Seit wann betreust Du Flüchtlinge in Ellerbek?
Im Oktober letzten Jahres haben die freiwilligen Helfer mit den Vorbereitungen begonnen, seit Mitte November wohnt die Gruppe junger Iraker, zu der ich näheren Kontakt habe, in Ellerbek. Im gleichen Haus wohnt eine syrische Familie mit vielen kleinen Kindern, die auch meine Unterstützung bekommen haben.

Was war Deine Motivation, eine Patenschaft zu übernehmen?
Die Bezeichnung der Betreuung ist zutreffender. Mir war es wichtig, im Zusammenhang mit den aktuellen Herausforderungen zum einen selbst einen Beitrag zu leisten, zum anderen durch den persönlichen Kontakt konkrete eigene Informationen und Erfahrungen zu gewinnen.

Wie alt sind die von Dir begleiteten Geflüchteten und woher kommen sie?
Die jungen Iraker sind zwischen 21 und 32 Jahre alt, einige kommen aus Bagdad, andere aus dem Norden des Irak.

In welcher Sprache kommuniziert Ihr miteinander?
Überwiegend auf Englisch, zunehmend sind die Männer bemüht, mehr und mehr auch auf Deutsch mitzuteilen. Für die anderen Mitbewohner, die weniger gut sprechen, wird bereitwillig übersetzt.

Was genau, welche Tätigkeiten und welche Verantwortlichkeiten beinhaltet Dein Engagement, und sind die Aufgaben vorgegeben?
Aktuell ist es eine Betreuung und Unterstützung, wie sie im nachbarschaftlichen Umfeld, bei älteren Menschen oder solchen mit Handicap auch denkbar und üblich wäre, wenn auch zum Teil mit anderen Themen.

Hattest Du Bedenken oder Ängste, eine solche Verantwortung zu übernehmen, wenn ja, welche waren das konkret? 
Ich war von Anfang an überzeugt, dass mit zugewandtem Einsatz eine konstruktive Arbeit gelingen würde. Natürlich bleiben es fremde Menschen mit zum Teil leidvoller Geschichte und für uns unbekanntem sozialen und religiösen Hintergrund. Die Erfüllung der Grundbedürfnisse und Verbesserungen im Detail sorgen aber schnell für positive Resonanz.

Mit welchen Sorgen und Nöten, mit welchen Fragen wenden sich die von Dir betreuten Geflüchteten an Dich?
Neben der Ersteinrichtung (Kommode, TV, Internet) und Einführung in die neue Umgebung war es vor allem die Unterstützung bei Behördenangelegenheiten (Ummeldung, Ausweise, Befragung etc.), aber auch ganz praktische Themen wie: Heizung defekt, Wohnung feucht, Stromausfall im Haus, TV-Empfang gestört und so weiter.

Wie viel Zeit nimmt die Aufgabe pro Woche in etwa in Anspruch?
Aktuell etwa 2 bis 4 Stunden, wobei wir diese Gruppe zu dritt betreuen, sodass bei Verhinderung ein anderer Helfer einspringen kann.

An wen kannst Du Dich wenden, wenn Du einmal Rat brauchst?
Im Wesentlichen an die Ehrenamtskoodinatoren, an die Koordinatorin der Betreuungsaktivitäten bei “ELLERBEK HILFT” und im Einzelfall direkt an das Amt Pinnau.

Welches Zwischenresümee würdest Du ziehen?
Der Einsatz macht viel Freude, es gibt ausschließlich angenehme, konstruktive Kontakte und viel positives Feedback. Alle Geflüchteten sind sehr dankbar für die Unterstützung.

Was sollte man an Fähigkeiten/Eigenschaften mitbringen, wenn man eine solche “Patenschaft” bzw. Betreuung übernehmen möchte?
Einige Englischkenntnisse sind sehr hilfreich, eine positive Grundeinstellung zur Thematik und weltoffene Haltung sind eine gute Basis.

Welche Formalitäten sind einzuhalten? Sind beispielsweise bestimmte Unterlagen wie zum Beispiel ein Führungszeugnis oder ähnliches beizubringen?
Eigentlich läuft das komplett unbürokratisch, die Aufnahme in die Helferliste stellt den Versicherungsschutz sicher, für den Fall des häufigeren oder intensiveren Kontaktes gibt es eine Impfempfehlung des Amtes Pinnau.

Welchen Rat würdest Du Menschen geben, die gern sich gern als Betreuer engagieren würden, aber Bedenken haben, ob sie der Verantwortung gerecht werden können?
Kommen Sie zu den Treffen der ehrenamtlichen Helfer, begleiten Sie uns zu den Geflüchteten, gewinnen Sie einen eigenen Eindruck. Der Rest ergibt sich bei Interesse von selbst.

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Buntes Treiben im Café der Begegnung

Gewusel, Geschnatter, Gelächter, Geräusche vom Schlagzeug- und Billard-Spielen – das war die erste reguläre Ausgabe unseres Cafés der Begegnung am 11. Januar. Fröhlich und betriebsam ging es zu, und bei den knapp 40 Gästen kam keine Sekunde Langeweile auf. Bei Kaffee und Saft, Kuchen und Keksen nutzten manche die Gelegenheit, etwas Deutsch zu lernen oder zu lehren, andere besprachen mögliche Sportaktivitäten oder amüsierten sich am Kicker, Billard-Tisch oder Schlagzeug. Auch für die Kinder gab es wieder ein tolles Angebot. Regina Rudolph – sie koordiniert das Team “Begegnungen” – ist zufrieden: “Der Kontakt mit den Geflüchteten und die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten hat mir wieder riesigen Spaß gemacht. Ein besonderer Dank geht auch diesmal an die Pastorin Dr. Birgit Vocka und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Die Räume im Dietrich-Bonhoeffer-Haus sind einfach ideal”.
Das Café ist am Montag, 25. Januar, wieder geöffnet.

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Dringend gesucht: Wohnraum, SprachhelferInnen, Wintermützen

Wie alle anderen Kommunen sucht auch unsere Gemeinde weiterhin dringend Wohnungen oder Häuser für Geflüchtete. Wer also von leerstehendem Wohnraum oder solchem, der demnächst frei wird, weiß, sollte sich beim Ellerbeker Bürgermeister Günther Hildebrand unter der Email-Adresse gemeinde.ellerbek@amt-pinnau.de melden.

Unser Team Deutschunterricht braucht Verstärkung von HelferInnen mit und ohne Lehrerfahrung. Der Unterricht findet zurzeit Donnerstags und Freitags Nachmittags im Seniorentreff am Heidkoppelweg und Montags bis Freitags Vormittags in der Friedenskirche am Moordamm statt. Außerdem planen wir Gruppenunterricht am Dienstag, Donnerstag oder Freitag in der Zeit von 14.00 – 18.00 h im Sitzungssaal der Gemeinde. Interessenten erhalten unter deutschkurs@ellerbek-hilft.de weitere Informationen.

Die Kleiderkammer würde sich über Handschuhe und Mützen sowie warme Schuhe und Stiefel, letztere bis Größe 42, für Erwachsene freuen. Auch für Sporthosen für Herren hätten wir Abnehmer, allerdings wiederum nur in kleinen Größen. Von diesen wenigen Ausnahmen abgesehen, können wir zurzeit keine Kleidung entgegennehmen; unser Lager platzt aus allen Nähten. Nächster Kleiderkammer-Termin ist Dienstag, der 26. Januar.

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Offizielle Übergabe der australischen Jacken beim Neujahrsempfang

Anfang Januar übergab Eller australischen Jacken beim Neujahrsempfangerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand die Winterjacken aus Australien (wir berichteten) offiziell an “ELLERBEK HILFT”:  “Eine solche globale Hilfsbereitschaft, wie wir sie hier erleben, ist wirklich beeindruckend”.

Alle 100.000 vom australischen Papier-Produzenten Henry Ngai gespendeten Winterjacken sind inzwischen in Hamburg eingetroffen. Ein großer Teil konnte bereits verteilt werden oder ist fest verplant. Flüchtlingshilfs-Organisationen in ganz Deutschland profitieren von diesem großzügigen Geschenk; knapp 50.000 Jacken hat Henry Ngai dem Deutschen Roten Kreuz direkt zur Verfügung gestellt.

Henry Ngai ist Inhaber von ABC Tissue, dem führenden Papierproduzenten Australiens. Schon als kleiner Junge lehrten ihn seine Eltern, Bedürftige immer so gut es geht zu unterstützen. Sein ganzes Leben hat der Philanthrop Ngai diese Werte gelebt und gibt sie auch an seine Kinder und Enkel weiter.

Auf dem Bild v.l.n.r.: Bürgermeister Günther Hildebrand, Marlis Braun, Uwe Watteroth und Reinhard Gatzsch (v.l.n.r.). Foto: Caroline Hofmann

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Schatztruhe aus der Apotheke Rugenbergen

“ELLERBEK HILFT”-Koordinatorin Marlis Braun staunte vor einigen Tagen in der Apotheke Rugenbergen in Bönningstedt nicht schlecht, als Inhaberin Dr. Mirja Reichel sie mit einer wahren Schatztruhe für Geflüchtete in Ellerbek überraschte. Fieberthermometer, Papiertaschentücher, Traubenzucker und vieles mehr – so wappnet es sich bestens gegen Minusgrade, Schnee und Matsch. Wir sagen: Danke schön.

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